Deutscher Gewerkschaftsbund

Nord

Ausbildungsreport Schleswig-Holstein 2017

Überstunden, Hetze, Unzufriedenheit

Ausbildungsreport 2017

DGB Jugend Schleswig-Holstein

Ausbildungsreport 2017 für Schleswig-Holstein: Überstunden, Hetze, Unzufriedenheit

Die Ausbildungsbetriebe müssen besser werden Der „Ausbildungsreport 2017“ für Schleswig-Holstein dokumentiert erneut gravierende Qualitätsmängel in den Betrieben. Die Ausbildungsvergütung liegt unter dem Bundesschnitt. Nur 30 Prozent der Auszubildenden erlernen ihren Wunschberuf. Nur 30,9 Prozent der Befragten rechnet damit, nach der Ausbildung übernommen zu werden. Die Mehrheit der Auszubildenden sieht sich durch Arbeitsdruck oder schlechte Arbeitsbedingungen „stark“ bis „sehr stark“ am Ausbildungsplatz belastet. Die Zufriedenheit steigt bei Vorhandensein von Mitbestimmung und Tarifverträgen sowie mit der Betriebsgröße.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Die Fachkräfte von morgen müssen im Betrieb gut ausgebildet und fair behandelt werden. Das aber ist längst noch keine Selbstverständlichkeit: Wer etwa minderjährigen Auszubildenden immer wieder Überstunden abverlangt, verstößt gegen geltende Gesetze. Seit 2012 hat sich vor allem in der Problembranche des Nordens zu wenig getan: Die Ausbildung in den Hotels, Gaststätten und Restaurants wird deshalb für viel zu viele junge Menschen zur Enttäuschung. Neben den Arbeitgebern, Verbänden und Kammern wird auch die kommende Landesregierung gefordert sein, für Gute Arbeit und bessere Ausbildung in Schleswig-Holstein zu sorgen. Eine „Soko Gastro“ wäre die richtige Antwort auf die massiven und anhaltenden Missstände im Gastgewerbe und Tourismus.“

Jeanine Weigel, Bezirksjugendsekretärin des DGB Nord: „Die DGB-Jugend bleibt dabei - wir brauchen dringend eine Reform des Berufsbildungsgesetzes. Schleswig- Holstein kann dafür der Vorreiter im Bundesrat sein. Denn wenn sich die Qualität der dualen Ausbildung nicht verbessert, wird sich die Ausbildungslandschaft weiter spalten. Es wird nur noch wenige gute Ausbildungsberufe geben und die Gefahr besteht, dass die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen noch weiter steigt. Hier sind Betriebe und die Landesregierung gefordert zu handeln. Unser Ausbildungsreport zeigt, wo es Handlungsbedarf gibt: bei der Vermittlung der Ausbildungsinhalte und natürlich beim Einhalten der Arbeitszeiten.“

Die DGB-Jugend Nord hatte anhand eines Fragebogens von September 2015 bis Juni 2016 rund 2.723 Auszubildende aus den 25 meistfrequentierten Ausbildungsberufen befragt und in die Auswertung aufgenommen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.. Die letzte Untersuchung war 2012 erfolgt



Der komplette Report kann hier heruntergeladen werden: