Deutscher Gewerkschaftsbund

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Endlich Gleichstellung! Die DGB-Jugend zum Frauentag am 8. März 2016

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2016 erneuert die DGB-Jugend ihre Forderungen nach dem Ende der Diskriminierung junger Frauen bei Ausbildung und Arbeit.

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März macht die DGB-Jugend auf deutliche Unterschiede am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zwischen jungen Frauen und jungen Männern aufmerksam.


Gerade hat die Gewerkschaftsjugend zwei brandaktuelle Datenwerke herausgebracht, die die vielen offenen und versteckten Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern belegen: den DGB-Index für junge Beschäftigte und den DGB-Jugend-Ausbildungsreport. Bei der Index-Umfrage schätzen junge Frauen die Arbeitsqualität durchweg schlechter ein als die Männer. Sie haben häufiger hochgradig belastende Arbeitsbedingungen in Jobs ohne große Perspektive und sie kommen auf tendenziell geringere Bruttolöhne als junge Männer. Die Differenz zwischen den Geschlechtern beträgt bei jungen Beschäftigten etwa sechs Prozent und steigt bis auf 23 Prozent an. Auch bei der Arbeitszeit gibt es deutliche Unterschiede – Teilzeitarbeit ist weiblich. Während lediglich vier Prozent der jungen Männer in Teilzeit arbeiten, tun dies 36 Prozent der jungen Frauen. "Auch bei der jungen Generation zeigt sich schon ein gefestigtes geschlechterspezifisches Erwerbsverhalten", sagt Ricarda Scholz vom DGB-Projekt "Was verdient die Frau?", das die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen in den Mittelpunkt stellt.

Frauen* arbeiten zu niedrigsten Löhnen, in unfreiwilliger Teilzeit, befristet oder in Minijobs. Ein Job reicht oft zum Leben nicht aus.
Die Benachteiligung von Frauen* in der Erwerbsarbeit beginnt beim Zugang zu dieser. Noch immer wird bei gleicher Qualifikation ein männlicher Bewerber bevorzugt wird. Frauen* sind also im besonderen Maße von Erwerbslosigkeit betroffen und dadurch gezwungen im absoluten Niedriglohnsektor zu arbeiten - altersarmut und abhängigkeit von Transferleistungen sind vorprogrammiert.

Insbesondere im care-Bereich, in der Pflege, der Erziehung und Bildung finden sich prozentual deutlich mehr Frauen*, während dies gleichzeitig die am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen sind, die in der Gesellschaft die geringste Wertschätzung bekommen.
In höher bezahlten Beschäftigungsverhältnissen sinkt der Frauen*anteil erheblich bis schließlich in den Führungs- und Managementpositionen trotz Quote kaum Frauen* anzutreffen sind. Auch bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation verdienen Frauen* immer noch im Durchschnitt 20% weniger.
Die Ungleichbehandlung im Lohnarbeitsverhältnis findet sich auch im unentgeltlichen Reproduktions und care-Bereich wieder, so wird der Großteil der Hausarbeit, Pflege und Sorgearbeit, sowie der Kindererziehung von Frauen* geleistet. Daraus resultieren jedoch im seltensten Fall Rentenansprüche, geschweige denn, dass diese Tätigkeiten vergütet sind, die Geschlechterrollen werden dadurch manifestiert und Abhängigkeiten bis ins Alter geschaffen.

Frauen*Kampftag

Sebastian Borkowski

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